Warnung vor Nachahmer-Formeln (2009)

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Iron Deficiency

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Die Dosierung von Eisenmangelpatienten muss individuell erfolgen.

 

Dazu steht den Ärzten für Patienten im Spätstadium von Eisenmangel (Eisenmangelanämie IDA) die offiziell gelehrte so genannte Ganzoni-Formel zur Verfügung (seit 1968 anerkannt und auf den Beipackzetteln der Eisenpräparate abgedruckt).

 

Für Patienten mit dem Frühstadium (Eisenmangelsyndrom IDS) steht hingegen noch keine offizielle Berechnungsformel zur Verfügung. Für diese IDS-Patienten (88% der europäischen Eisenmangelpatienten) ist die Ganzoni-Formel nicht anwendbar. Für die Dosisberechnung dieser Patienten wurde die Basler Eisenformel (www.eisenformel.org) entwickelt, die sich seit 2005 bei einigen Tausend Patienten bewährt hat (Zielwert Ferritin wurde erreicht / Erfolgsquote der Behandlungen aus Patientensicht 86%). Die Basler Eisenformel steht allen Ärzten zur Verfügung, die ein eigenes Eisenzentrum führen.

 

Mittlerweile stehen im Internet zwei verschiedenartige  von einem Eisenhersteller entwickelte öffentliche Nachahmer-Formeln zur Verfügung.

Der Eisenrechner unter www.Eisen-Netzwerk.de birgt Gefahren, die beachtet werden müssen: Patientinnen, die einen Hämoglobin-Wert von 12.0 g/dl in diese Formel eingeben, werden in der Auswertung als anämisch definiert. Hier besteht die Gefahr einer Krankheitserfindung. Ein Hb von 12.0 g/dl gilt bei Frauen weltweit als normal.

Wer gleichzeitig zum genannten Hb-Wert einen Ferritinwert von 2000 ng/ml in die Formel eingibt, dem wird in der Auswertung ein Eisenmangel bescheinigt, obwohl der Körper bei einem Ferritin von 2000 ng/ml schon eisenüberladen ist. Dennoch lautet die Empfehlung des Präparate-Herstellers, einer solchen Patientin ein halbes Gramm Eisen zu geben. Achtung, eine solche Vorgehensweise kann zu ernsthaften Organschäden führen.

Die Verfasser der Formel geben auf der Website nicht an, welche Erfolge unter Anwendung ihrer empfohlenen Dosierung erwartet werden können.

 

Auch ein anderer Umstand lässt an der Qualität der Nachahmer-Formeln zweifeln: Das vom Entwickler des Eisenrechners hergestellte neue Eisenpräparat Ferinject wurde in den USA bisher nicht zugelassen - nicht zuletzt wegen Bedenken hinsichtlich der Dosierung.

 

 

Warnung vor zweiter Nachahmer-Formel (2009)

Im Internet steht eine zweite Nachahmer-Formel zur Berechnung der notwendigen Eisendosis zur öffentlichen Verfügung (http://www.iron.medline.ch/Eisenplattform/). Sie wurde vom selben Eisenhersteller entwickelt wie die oben genannte erste Nachahmer-Formel. Eine klinische Prüfung scheint nicht erfolgt zu sein. In einem solchen Fall wäre der Präparatehersteller sicher in der Lage gewesen, eine einzige Berechnungsformel zu definieren.

Die bisherigen beiden Nachahmer-Formeln empfehlen verschiedene Dosierungen. Welche soll gelten?

Bei dieser zweiten Nachahmer-Formel wird das Körpergewicht eines Patienten genau so wenig beachtet wie der Umstand, ob es sich um einen "Risikopatient" mit Rückfall-Gefahr handelt, bei dem eine künftige Erhaltungstherapie geplant werden muss.

 

 

Im Gegensatz dazu hat sich die Basler Eisenformel seit 2005 bei einigen Tausend Patienten bewährt. Sie berechnet die individuelle Dosis anhand der Ausprägung und Dauer eines Eisenmangels (drei Laborwerte) sowie des Körpergewichts und Menstruationsverhaltens. Dabei wird nach einer einmaligen wirksamen iv-Aufsättigung eine Erhaltungstherapie angeschlossen, dank der durch gelegentliches "Nachtanken" Rückfälle vermieden werden können (v.a. Frauen im Menstruationsalter).

 

Durch die Berücksichtigung des "Grenznutzen-Prinzips" gelingt dadurch gleichzeitig eine Kostenoptimierung: so viel geben wie nötig, aber so wenig wie möglich - und - in den richtigen Intervallen.

 

Fortsetzung:

Die erste Nachahmer-Formel wurde teilweise korrigiert: siehe www.ironblog.org vom 18.2.10.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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