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Eisenmangel war schon im Mittelalter und sogar in der Antike ein thematisiertes Problem, wenn auch nicht unter diesem Namen. Damals konnte man noch kein Eisen messen. Aber immer wieder wurde v.a. im Mittelalter die so genannte Chlorose beschrieben: Bleichsucht, Neigung zu Ohnmacht und Hysterie, Schwäche der Frauen „im besten Alter“. Somit scheint es wenig wahrscheinlich dass die heutige Ernährung weniger eisenhaltig ist als in früheren Zeiten.
Die hauptsächlich in der reichen Welt Betroffenen sind Frauen im Menstruationsalter und Kinder. Die Eisenspeicher der Männer sind mit einem Ferritinwert von 200 ng/ml gut zur Hälfte gefüllt. Oder anders ausgedrückt: Ihre Eisenkonzentration in den Körpersäften und Organen liegt etwa in der Mitte.
Demgegenüber liegt die Eisenkonzentration bei vielen Frauen im Menstruationsalter und Kindern oft zehn mal tiefer als bei Männern. Somit muss die Schlussfolgerung gezogen werden: Der Eisengehalt der Ernährung ist genügend, wenn man über einen „normalen“ Eisenbedarf verfügt. Wenn Kinder wachsen und deshalb 50% mehr Eisen pro Tag benötigen, kann dieser Mehrbedarf durch die alltägliche Ernährung nicht gedeckt werden (Kinder essen in der Regel dasselbe wie Männer). Wenn frau sogar alle vier Wochen Eisen verliert, dann muss der Verlust durch eine erhöhte Eisenzufuhr wettgemacht werden. Da Frauen ebenfalls dasselbe essen wir Männer, können sie ihre Eisenkonzentration genauso wenig in der Mitte halten wie die Kinder. Sie brauchen wie Kinder 50% mehr Eisen pro Tag als Männer.
Somit drängt es sich auf:
Der langfristig wichtigste Schritt besteht darin, Kindern Eisen im Sinne einer Nahrungsmittelergänzung zu geben. Dabei sind die Eisengaben so zu dosieren, dass keine Mangelsymptome auftreten (Primärprävention).
Ein gleichsam wichtiger Schritt ist die wirksame und gefahrlose Behandlung von Mangelpatienten mittels iv-Eisen. Eine Bevölkerung ohne Eisenmangel ist mit Sicherheit gesünder und geht weniger oft zum Arzt.
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Die Ernährung hat genügend Eisen für Männer.
Frauen im Menstruationsalter und Kinder brauchen pro Tag 50% mehr Eisen als Männer.
Deshalb ist das Nahrungs-Eisen für diese Risikopatienten oft ungenügend. |
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